Tag 10

Nach dem gestrigen Stresstag war heute eher Flaute. Jara ist am besten drauf und stürzt sich mit grossem Eifer auf ihren Auftrag, einen Vortrag über ein Buch zu verfassen. Sie hat Zeit bis Ende April und eigentlich ist er bereits fertig. Auch würde sie am Liebsten den ganzen Tag Alle gegen Alle spielen (die Älteren von uns beginnen zu schwächeln – allerdings auch, weil die Mücken eine echte Plage sind). Jan kämpft mit Langeweile und der Aufgabe, 35 Zahlen in fünf Spalten zu sortieren. Nur noch ein Familienmitglied ist ernsthaft mit Jonglieren beschäftigt (selten 5 Würfe und Fänge).

Grosse Neuigkeiten aus dem Gesundheitssektor sind keine zu verzeichnen. Die Kurve in Australien ist nach wie vor steil und es ist unklar, wie es weitergeht. Ankommende in Australien aus Übersee werden nun in kontrollierte Zwangs-Quarantäne in Hotels in Sydney verbracht, was zu grossem Unmut führt. Da haben wir es für einmal noch gut erwischt. Ausserdem macht man sich grosse Sorgen um die Ureinwohner, die von einem grossen Ausbruch in ihren Communities besonders betroffen wären.

Bei den Dog-Meisterschaften wurden die Teams gewechselt (Jan und Jara haben zugegeben, gestern einmal geschummelt zu haben. Als Brian mit den Einkäufen kam und wir abgelenkt waren, hat Jara sich kurz einen Joker und einen König aus dem Ablagestapel geschnappt. Auf unsere moralischen Einwände, meinte sie, wir seien halt selber schuld, wenn wir nicht aufpassen würden). Heute habe ich mit Sperberaugen kontrolliert, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Es hat aber nichts genutzt: Jan und ich haben gegen die Mädchen zweimal verloren.

Wir haben mit unseren Nachbarn noch für ein Bier über den Zaun abgemacht. Die Distanz wird also gewahrt werden. Wir wollen ja in den letzten Tagen der Selbstisolation nichts mehr riskieren, zumal in den Zeitungen nun auch viel von Bussen und Strafen berichtet wird, die verhängt werden, wenn die Selbstisolation missachtet wird.

Gestern haben wir dann auch noch einen Film geschaut (Apple-TV sei Dank). Nach Percy Jackson durften die Eltern wählen und wir haben uns für „Hatari“ entschieden (nein Christian, nicht die isländische Band)

https://www.themoviedb.org/movie/11385-hatari#play=twlWGH9jmjc

Wildlife-Sichtungen heute: Ebenfalls Fehlanzeige! Allerdings haben wir auch nicht gross Ausschau gehalten. Halt doch: Den haben wir in unserem Garten entdeckt:

Return to Switzerland? No idea. But

no worries

Tag 9

Heute ist ein echt stressiger Tag. Wir haben einfach zu wenig Zeit in unserer Selbstisolation. Okay, wir sind nicht sehr früh aufgestanden, aber nach dem Frühstück auf unserer Terrasse (ja, das Wetter wird wieder wärmer) und dem Füttern der Fische geht es zunächst wieder einmal ans Arbeiten für die Schule, was für die Eltern bedeutet, Verteilung der Arbeiten und hinter die Geheimnisse von „Team“ zu kommen, der App, welche die Schule Küsnacht neu für das Fernlernen verwendet. Eigentlich sind wir ja abgemeldet, aber da wir vielleicht doch früher als geplant zurückkommen, versuchen wir den Anschluss nicht zu verpassen.

Während ich mich also mit den Tücken der Technik beschäftige, kümmert sich Maja um die Pflege unseres Heimes. Wir sind jetzt auch Abonnent des „Australian“, folgen „Smarttraveller“ sowie „Australia Border Force“ auf Twitter und checken täglich http://www.health.gov.au, wo jeweils die neuesten Meldungen über das Virus publiziert werden (dort findet man jeweils die aktuelle Graphik aus Tag 6). Und natürlich freuen wir uns über Kommentare, Anrufe und Nachrichten aus der Schweiz, zumindest sofern sie nicht allzu besorgniserregend sind.

Brian kam kurz rüber, um unsere Shopping-List abzuholen (Eggs now available), wobei wir versuchen, die vorgeschriebene Distanz einzuhalten. Nach wir vor gibt es noch immer wohl vor allem jüngere Menschen, die sich nicht sonderlich an die Anordnungen und Empfehlungen der Regierung halten:

In Sachen „Dog“ (ebenfalls recht zeitintensiv) steht es derzeit 2:2 zwischen Eltern und Kindern, was der allgemeinen Stimmung sehr zuträglich ist (obwohl ich noch nicht ganz dahintergekommen bin, weshalb sich Jan und Jara manchmal vor dem Kartentauschen so verschmitzt anschauen und grinsen…).

Die Mittagsverpflegung besteht meist aus Salat (für die Grossen) und Toast, Joghurt oder Cornflakes für die Kleinen. Heute Abend gibt es zum ersten Mal Delivery-Service von der Nachbarspizzeria. Das Essen wird vor die Tür gestellt, so dass sich der Fahrer sofort wieder im Auto in Sicherheit bringen kann (diese Regel gilt nicht nur für Lieferungen an Selbstisolierte). Gemäss Hinweis auf der Webseite sollte er allerdings meine Kreditkarte überprüfen. Mal sehen, ob ich ihm die dann zuwerfen oder auch an einem sicheren Ort deponieren muss.

Dann stehen die Jonglier-Übungen auf dem Programm (no news) und Maja ist fleissig am Fitten, während ich den Blog schreibe. Zwischendurch versuchen wir die Loris zu erwischen (Maja war fotografisch erfolgreich!)

Von unserem Balkon aus fotografiert

Unser Völkerball (nach wie vor wird mit Socken geworfen) bleibt äusserst beliebt. Meine Socken sind übrigens wieder zum Vorschein gekommen. Ich denke, ein nettes Opossum hat sie unter der Veranda gefunden und uns hervorgeholt. Wir spielen jetzt trotzdem mit Socken von Maja oder Jan… Wie das so ausschaut, könnt ihr euch über den Link anschauen.

https://www.dropbox.com/s/dt9gmonafje2ux8/P1100577.MP4?dl=0

Und natürlich wird der Pool genutzt. Ihr seht, wir haben es stressig…

No worries

Tag 8

Brian und Liz haben uns gestern Abend nochmals Kuchen rübergereicht. Wirklich rührend! Liz ist Lehrerin und damit immer noch am Arbeiten. Allerdings schicken nicht mehr alle Eltern ihre Kinder zur Schule und der Frontalunterricht wird auch zunehmends von Alternativen abgelöst. Nach wie vor wird in den Medien über weitere Massnahmen diskutiert und es ist nicht auszuschliessen, dass entweder PM Scott Morrison landesweit oder dann die einzelnen Territorien einen Lockdown beschliessen. Dies würde dann wohl bedeuten, dass für drei Wochen alles ausser Lebensmittelläden und Apotheken geschlossen ist und man mit Ausnahme von notwendigen Einkäufen ständig zu Hause bleiben müsste. Bei unserem schlechten Timing ist es gut möglich, dass unsere Selbstisolation nahtlos von einem Ausgehverbot abgelöst würde… Wir müssten uns dann neue Aktivitäten für zu Hause überlegen, weil

  1. Das Puzzle ist schon fertig:

2. Der Fall ist schon gelöst (15 Punkte):

3. Wir haben bald keine Socken mehr, weil Maja sie beim „Alle gegen Alle“ im Unterholz versenkt (richtig: Socken kann man nicht nur zum Jonglieren benutzen…).

Andererseits sind wir froh um mehr Zeit, weil unsere Jonglierkünste nur zögerliche Fortschritte machen (vier Würfe klappen allerdings schon recht passabel) und Würfeln können wir endlos (Rita sei Dank):

Auch Arbeitsplätze haben wir genug:

Hier noch die letzten Wildlife-Meldungen:

Kakerlakensichtungen: 0

Eulen: 1

Opossum: Babyopossums (oder sagt man Babyopossi?): mehrere; leider zu klein und zu schnell, selbst für die zwischenzeitlich geübten Fotografen

Mücken (tote und fliegende): unzählbar

Loris: Einige. Brian meinte, eine weitere Nachbarin füttere sie hin und wieder und dann seien Schwärme zu sehen (und schon hat Jara wieder einen Plan; die vorherige Idee das Opossum mit Äpfeln anzufüttern, hat bislang nicht geklappt).

No worries!

Tag 7

…was bedeutet, dass wir die Halbzeit unserer Selbst-Isolation hinter uns gebracht haben. Hier zunächst, was die Australier von der Schweiz berichten:

Also, no need to hurry for return

Unser Nachbar Brian (der mit dem Cream-Cake) war heute für uns shoppen (no eggs). Wirklich sehr fürsorglich, leider verstehen wir nicht immer alles, was er berichtet – sein irischer Akzent gemischt mit Aussie-Slang stellt uns immer wieder vor Herausforderungen. Wir glauben, die Australier haben trotz allem noch nicht ganz realisiert, dass die Situation recht ernst ist und wundern sich, weshalb wir in Europa (speziell Italien und Spanien) recht viele Tote zu beklagen haben. Er meint, wir seien hier sicherer…Die Epidemie-Experten in Australien empfehlen drastischere Massnahmen – also auch einen totalen Lock-down. PM Morrison Scott meinte auf die Frage, weshalb die Regierung ihn nicht angeordnet habe: „It was not recommended“. Die Ansteckungszahlen sind gerade wieder etwas am Sinken, weshalb wir glauben, dass einmal vorderhand bis Ende Woche wohl keine neuen Massnahmen zu erwarten sind.

Von der Jonglierfront gibt es derzeit keine Neuigkeiten. Die Besten von uns schaffen 4 Würfe und Fänge. Allerdings werden wir von anderen Sachen abgelenkt…

1000er von Jara und Maja gestern Abend begonnen…

Unsere Eulen scheinen sich zu vermehren. Wir nehmen sie als Symbol für Weisheit und Klugheit.

Man beachte das „sehende“ Auge der rechten Eule

Hier noch ein Nachtrag zum social distancing beim Haareschneiden:

„Just Cuts“ chief executive Denis McFadden said it was physically impossible for stylists to to their job while observing the four square meter per person rule. (Dacht‘ ich es mir doch!) Hairdressing ist not an essential service“

Auch die Anzahl Personen für Hochzeiten und Beerdigungen haben nicht ganz unerwartet zu Diskussionen geführt. Bei Beerdigungen sind jetzt in Härtefällen mehr erlaubt. Die Opposition wagt sich noch etwas zögerlich vor: „I thing the five people at a weeding and 10 people at a funeral, different numbers, different timings, we need far clearer clarity of message from the government,“ Opposition Leader Anthony Albanese said.

Tag 6

Nach den gestrigen Tier-News heute wieder einmal Aktuelles aus dem Bereich Gesundheit und Politik (was derzeit dasselbe ist): Ab sofort können Australier nicht mehr nach Uebersee reisen. PM Scott Morrison verkündete sodann die Schliessung von fast allen Geschäften mit Ausnahme von Food-Stores. Schulen bleiben weiterhin offen (“We need to ensure kids get taught”). Hochzeiten und Beerdigungen bleiben erlaubt. Allerdings sind Hochzeiten nur halb so gesellig (max. fünf Personen inkl. Braut, Bräutigam und Trauzeugen – ewige Familienfehden sind vorprogrammiert) wie Beerdigungen (max. 10 Personen, wobei unklar ist, ob der Beerdigte mitzählt). Auch der Coiffeur darf noch arbeiten, „but will have to follow social distancing measures“. Werde ich ausprobieren, was das genau heisst, wenn ich aus der Self-Isolation raus bin. Das mit dem social distancing gilt übrigens auch für die Hochzeiten, was wohl bedeutet, dass das Küssen der Braut bis auf Weiteres zu unterbleiben hat. Was unsere Heimreise angeht, bleiben wir mit Vorhersagen vorsichtig: Singapore hat den Transit bis Ende April ausgesetzt und Bangkok ist auch keine Option mehr. Es gibt noch Flüge von Qantas über Doha und soweit ersichtlich mit BA über Heathrow (allerdings machen die Britten auch gerade alles dicht). Ein nettes E-Mail des Vize-Konsuls der Schweizer-Vertretung in Sydney erklärt: „However, the final decision of staying in Australia or going back to Switzerland earlier lies with you.“ Im Moment scheinen die Schwierigkeiten, in naher Zukunft nach Hause reisen zu können, zuzunehmen und das Leben in Australien wird auch gerade ähnlich unaufgeregt wie in der Schweiz. Aber wie pflegte ein grosser Denker zu sagen: “Difficult to see. Always in motion is the future.” (Schwer zu sehen, in ständiger Bewegung die Zukunft ist). Bevor wir die australische Corona-Statistik anschauen, noch eine von uns: Wir beklagen derzeit ca. 60 Mückenstiche, wobei das jüngste Familienmitglied dessen 34 zählt (was auch einer leichten Bekleidung bei der Eidechsenjagd geschuldet ist), mindestens 70 zerklatschte Mücken (wobei Maja den Rekord hält), eine gesichtete Riesenkakerlake und Beginn der Stufe 3 beim Jonglieren (www.jongliere-lernen.ch). Mangels Jonglierbälle benutzen wir derzeit Socken (saubere). Es werden Wetten entgegengenommen, welches Familienmitglied als erstes 10 Durchgänge schafft.

Doesn’t look good

Tag 5

Heute mal keine bösen Corona-Nachrichten. Nick hat sich zusammen mit seinem Vater (und Django) aus dem Staub gemacht und sich auf ihre Farm zurückgezogen. Unser Vorrat an Bier und Rotwein hat sich heute exponentiell erhöht, wird nun aber nur noch abnehmen… (aber wir wollten ja das C.-Wort heute nicht mehr erwähnen). Unser Nachbar reichte uns einen leckere Cream Cake über die Mauer. Auf dem Gasgrill lassen sich mit den etwas limitierten Lebensmitteln recht feine Sachen zaubern. Entwarnung an der Klo-Papier-Front: Nick hat (schweren Herzens) seinen Vorrat an uns abgetreten. Unsere Lieblings-Beschäftigung war heute Wildlife-Watching. Recht spannend, was sich mit dem Objektiv so alles in der Nähe einfangen lässt…

Unsere Garteneule
Jara, Django (now unchained), Nick (v.l.) / Und Django spricht wirklich (aber nur englisch)

Tag 4

„Deadly serious“ verkündete PM Scott Morrison. Ab 12.00 Uhr werden öffentliche Plätze wie clubs, pubs, indoor sporting venues, Kirchen, Kinos, Gyms geschlossen. Schulen bleiben hingegen offen und auch die Arbeit geht einstweilen weiter. Nun haben auch Western Australia und South Australia die Quarantäne-Pflicht für Einreisende aus anderen Territorien eingeführt. Wir haben unsere Buchungen für den Norden bereits storniert. Nick hat heute unsere Vorräte aufgestockt, bevor er Sydney verlässt und auf die Farm zu seinem Vater reist. Grant wird uns morgen noch zusätzlich mit dem Allernotwendigtsten versorgen (nein, kein Klopapier, dafür gibt es andere Lösungen): Rotwein und ein Kasten Bier. Danach werden wir auf die Hilfe unseres ausserordentlich fürsorglichen Vermieters vorläufig verzichten müssen. Allerdings hat sich unser Nachbar auch schon sehr nett nach allfälligen Wünschen erkundigt (von Argwohn, Misstrauen oder Ablehnung haben wir bislang nichts gespürt). Und endlich haben wir auch von offizieller australischer Seite her, die Empfehlung hier zu bleiben:

Tag 3

Zum Glück haben wir einen Pool und Internet und die Kids Hausaufgaben. Natürlich haben wir viele Spiele dabei. Die Zeit vergeht derzeit noch recht schnell. Die. Versorgung mit dem Notwendigsten funktioniert. Nick, der Sohn unseres Nachbarn, wird morgen wieder für uns einkaufen gehen. Da die Australier die Erfinder des Toillettenpapier-Hamstern sind und unsere Vorräte langsam ausgehen, überlegen wir uns Alternativen

Bitte nicht teilen….

Tag 2…

begann mit einer unerfreulichen Nachricht für Jan: Gymi-Aufnahmeprüfung nicht bestanden. Weitere lassen derzeit nicht auf sich warten: Northern Territory plant ebenfalls den Erlass von Einreisebeschränkungen in Form einer 14-tägigen Selbst-Quarantäne. Immerhin wüssten wir jetzt schon, wie es funktioniert. Es scheint aber immer unwahrscheinlicher, dass wir 90 Tage in Australien schaffen werden. Vielleicht wäre es an der Zeit, den Titel des Blogs anzupassen…Im Übrigen verbringen wir die Zeit mit Fernlernen, Spielen, Nachrichten lesen und am Pool. Trotz grosser Bemühungen habe ich es noch nicht geschafft, Django (still chained) ein paar Worte zu entlocken.

Django

Tag 1

Kurz nach unserem Abflug aus Bangkok hat der Prime Minister von Australien bekanntgegeben, dass die Grenzen zu Australien für Ausländer in rund 24 Stunden geschlossen werden, um die weitere Einfuhr von Corona-Viren zu reduzieren. Wir sind 12 Stunden vor der Schließung eingereist und haben uns in die angeordnete Selbquarantäne begeben. Grant, unser Vermieter hat uns erstmal einen grossen Vorrat an Lebensmitteln besorgt (wir sind für die nächsten vierzehn Tage hier: https://www.airbnb.com.au/rooms/17238130?location=Ermington%2C%20Australia&adults=6&source_impression_id=p3_1584684625_lqOpiNfll0E%2FSpCR )

Grant hat eine abgelegene Farm ca. drei Stunden von hier. Jara hat schon Bilder mit Baby-Wombats und zutraulichen Känguruhs gesehen und weiss, wo sie als nächstes hin möchte. Wer weiß, ob es dazu noch kommen wird? Einstweilen hat sie hier neue Freunde gefunden:

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